Forbes beschreibt NJF Holdings weniger als ein Portfolio, sondern vielmehr als eine Disziplin. Dem Artikel zufolge unterstützt Junkermann Gründer, die echte Probleme lösen, hält die Positionen lange genug, bis sich die Anlagehypothese bewährt hat, und lässt alles links liegen, was in dem jeweiligen Quartal gerade im Trend liegt. Innerhalb der Plattform verwaltet NJF Capital den Großteil ihrer Positionen in den Bereichen Technologie und Gesundheitswesen.
Das Profil verortet diese Disziplin am deutlichsten im Gesundheitswesen. Es verweist auf ihre Beteiligung an Owkin, das KI in der Arzneimittelforschung und Diagnostik einsetzt, als Beleg für eine Sichtweise, auf die sie immer wieder zurückkommt. Wie Forbes es formuliert: Das größte Risiko bei KI ist nicht die Leistungsfähigkeit. Es ist das Urteilsvermögen der Menschen, die sie einsetzen.
Ein Großteil des Artikels dreht sich um Junkermanns öffentliche Äußerungen zur KI-Ethik. Forbes zitiert ihr in TIME vorgebrachtes Argument, dass die Regulierung nicht mit der Technologie Schritt halten könne und dass die Branche einen funktionierenden Verhaltenskodex brauche statt einer weiteren Compliance-Maßnahme. Ihrer Darstellung zufolge – so berichtet der Artikel – verdiene die ethische Sorgfaltsprüfung dieselbe Strenge wie die finanzielle Sorgfaltsprüfung, und Vertrauen, nicht Rechenleistung, könnte sich als die knappste Ressource des Jahrzehnts erweisen. Forbes wertet dies als eine für eine Investorin ungewöhnliche öffentliche Stellungnahme ein, die maßgeblich beeinflusst, wie NJF Capital die von ihr geförderten Gründer bewertet.
In Bezug auf den Sport vertritt das Profil eine Position, die dem „KI-über-alles“-Narrativ entgegenläuft. Anhand von Gameday, der Sportplattform von NJF Holdings, argumentiert Junkermann, dass Live-Sport auf menschlichen Leistungen beruht, die niemand vorhersagen kann, was ihn zu einer der wenigen Anlageklassen macht, die von der Automatisierung nicht erfasst werden können. Forbes verweist auf ihre jüngsten Äußerungen zum Frauensport, zum internationalen Wachstum von Ligen wie der LaLiga und der NBA sowie zu Chancen auf Ligenebene, darunter die Investition von Gameday in die italienische Lega Volley Femminile. Als Begründung nennt sie die Knappheit. Je mehr des täglichen Lebens durch Algorithmen und synthetische Inhalte vermittelt wird, desto wertvoller – und nicht weniger wertvoll – werden die Momente, die sich nicht wiederholen lassen.
Im Zusammenspiel, so suggeriert der Artikel, spiegeln ihre KI-Texte und ihre Sportthese eine einzige Überzeugung wider: Dauerhafter Wert entsteht durch menschliches Urteilsvermögen, das über einen längeren Zeitraum hinweg konsequent angewendet wird. Forbes merkt an, dass dies in einem auf Spektakel ausgerichteten Markt nicht gerade die auffälligste Philosophie ist – und dass sie sich davon offenbar nicht beirren lässt. Wenn sie Recht hat, wird die knappe Ressource dieses Jahrzehnts nicht die Rechenleistung sein. Es wird vielmehr das Urteilsvermögen sein, zu wissen, wann man nicht darauf zurückgreifen sollte.
Lesen Sie das vollständige Profil in Forbes Georgia: The Long Game: Nicole Junkermanns Wette auf menschliches Urteilsvermögen im Zeitalter der Automatisierung.